Mythen, Eier und Fortpflanzung

Der Leopardgecko -Zurück zur Natur

Ich befasse mich erneut mit dieser Ausgabe der REPTILIA, denn sie entspricht dem, was Kaleidoskop der naturnahen Vivaristik aussagt. Im Unterpunkt Rezension hatte ich mich schon ausführlich zu den drei Artikel geäußert. 

Zitat Dr. Frank Krönke: "Ziel der Artikel dieses REPTILIA-Titelthemas war es, Neues über diese sympathischen Echsen zusammenzutragen und Bekanntes in einen biologischen Kontext einzubinden. Ich bin der Ansicht, dass die Terraristik heutzutage ihre Pfleglinge oft zu wenig als Lebewesen betrachtet. Mitunter stehen nicht mehr das Verständnis des Tiers in möglichst vielen Dimensionen (Biologie, Ökologie, Geografie usw.) sowie Respekt ihm gegenüber als einem Wesen im Vordergrund, das genauso wie Menschen eine lange Evolutionsgeschichte hinter sich und recht ähnliche Grundbedürfnisse hat. Stattdessen werden die Tiere immer häufiger zu Kapitalanlagen." 

MYTHEN UM EIER UND FORTPFLANZUNG

Gelege

Nein, ich befasse mich nicht mit Meinungen zu Follikel, auch wenn dafür Fakten negiert wurden, um seine Meinung durchzuboxen. Dafür wird ein Buch schnell mal als zu alt verurteilt. 

Bild stammt aus

"Leopardgeckos: Pflege, Zucht, Erkrankungen, Farbvarianten"

von Karsten Grießhammer und Gunther Köhler 

Worum geht es hier

Um Gelege der Leopardgeckos  Eublepharis macularis.

Ich thematisiere befruchtete -. unbefruchtete - und Wachseier.

Im Prinzip muss man befruchtete Eier nicht erklären. Sie sind weiß, hin und wieder mit Bodengrund behaftet. Sie sind prall gefüllt, jedoch mit weicher ledriger Schale. Stellt man den Inkubator korrekt ein, entwickeln sie sich ohne zu verderben. 

Unbefruchtete Eier sind normal gebildet und unterscheiden sich vom befruchteten Ei nur insofern, dass sie ohne Konsitenz sind. Oft füllen sie sich im nassen Vermiculite, bleiben aber nicht lange prall. Sie verderben nach 1-4 Wochen im Inkubator.
Verpaarte sowie unverpaarte Weibchen können unbefruchtete Eier ablegen.

Falsche Meinung, die da verbreitet wird! "Manchmal entwickeln sich bei unverpaarten Weibchen Eier, die auch abgelegt werden. Das sind sogenannte Wachseier." Dummfug! 

Unverpaarte korrekt gepflegte Weibchen bringen unbefruchtete Eier, nicht zwangsläufig Wachseier!

Zitat: "Das Wachsei ist unbefruchtet, oft unvollständig ausgebildet und häufig gelblich gefärbt, mit einer wächsernen Konsistenz. Es wird zumeist nicht vergraben, mitunter gleich gefressen".

 

Wachseier sind gelblich schmierig, oft nicht beschalt. Sie haben nichts mit dem normalen unbefruchteten Ei zu tun, sondern deuten auf Fehler in der Supplementierung hin.

 

Zitat aus: Terraristisch herpetologisches Fachwörterbuch , Thomas Ulber

Kommt mir ja keiner mit dem Urteil, das Buch wäre zu alt! 

Wachseier können bei verpaarten - sowie unverpaarten Weibchen vorkommen!

Fortpflanzung

Man könnte meinen, es wäre kein Grund sich dazu zu äußern. Wie alle Lebewesen auf der Erde wollen auch Leopardgeckos, dass ihre Spezies erhalten bleibt. Es wird hart behauptet, Leopardgeckos wären Einzelgänger und demzufolge dürfen sie auch im Terrarium nur einzeln gehalten werden. 

Wieder einmal bin ich geneigt Dummfug zu sagen.

Ein Weibchen bildet Eier und ist damit bestrebt ihre Art fortzupflanzen. Sie legt alles was sie bieten kann in diese Bemühungen. Um es kurz zu sagen, es ist ihr Lebensinhalt.

Zitat Dr. Frank Krönke: "Da die Produktion von Eiern oder lebenden Jungtieren für das Weibchen energetisch wesentlich aufwendiger ("teurer") ist, als die Produktion von Spermien für das Männchen. hat das Weibchen mehr zu verlieren. Daher ist es bestrebt, sich mit demjenigen Männchen forzupflanzen, dass einen größtmöglichen Fortpflanzungserfolg verspricht. Mit anderen Worten: Das Weibchen sucht sich ein Männchen aus und wird nicht vom männlichen Tier ausgewählt. " 

 

Schauen wir nocheinmal zu den Eiern, die ein Weibchen heranbilden kann, so hat sie mit unbefruchteten oder gar Wachseier ein Defizit. Das kann sie sich nicht leisten. Sie muss sich für ihre Nachkommen ein Männchen wählen und kann sich nicht danach richten, wann ein Mensch eine Paarung befiehlt. Das Männchen hat sich in der Natur als stärkstes behauptet. Wie aber kann es mit anderen Männchen kämpfen, wenn es Einzelgänger ist und rein zufällig mal ein paarungswilliges Weibchen trifft? 

Einfach mal nachdenken!

 

Literatur: Krönke, Frank (2021): Leopardgeckos (Gattung Eublepharis) - top angesagt oder todlangweilig? Ein Blick auf die Terraristik - und darüber hinaus - Reptilia, Münster, Nr. 146, 25 (6): 12-25

Im Heft befinden sich 2 weitere Artikel vom Autor, ich empfehle lesen ist besser als selbstgestrickte Meinungen verbreiten.

Mir wird ja vorgeworfen, ich gebe nie auf zu Gunsten dieser sanften Wesen zu argumentieren.